Sozialpädagogik

Sozialpädagogik

In der Regel erfolgt der Eintritt der Kinder und Jugendlichen in die Stiftung Juvenat einerseits in die interne Sonderschule und andererseits in eine sozialpädagogisch geführte Wohngruppe. D.h. das Juvenat ist ein Lebensort ausserhalb der Herkunftsfamilie, in dem die Kinder und Jugendlichen eine entscheidende Zeit ihres Lebens und ihre persönlichen Entwicklung verbringen. Diese Alltagswirklichkeit, die darin erlebten Aktivitäten in der Institution und nach draussen, die Begegnungsmöglichkeiten mit Erwachsenen und mit anderen Kindern und Jugendlichen im Gruppenalltag haben einen prägenden Einfluss auf das Lernen und die Entwicklung. Dabei tragen die Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen die Verantwortung, die anstehenden Aufgaben im Alltag ausserhalb der Schulzeiten möglichst lern- und entwicklungsfördernd zu gestalten (vgl. Casée.2011.KOSS-Manual.Haupt).

Die Wohngruppe verstehen wir als einen Ort, wo Kinder, Jugendliche und Erwachsene in einem gemeinsamen Haushalt auf Zeit zusammen leben und wohnen. In einer Haushaltsgemeinschaft gibt es regelmässig wiederkehrende Abläufe und Aufgaben im Alltag sowie Feste und Feiern. Deren Bewältigung und Gestaltung braucht sinnvolle Regeln und abgesprochene Zuständigkeiten, die immer wieder neu geklärt und ausgehandelt werden müssen, damit ein Umgang miteinander so gestaltet werden kann, dass sich jedes Mitglied sicher und wohl fühlt, jeder seine Stärken einbringen kann und die anstehenden Entwicklungsaufgaben jedes Einzelnen gelingen können. Die individuelle sozialpädagogische Förderung für das Kind, den Jugendlichen ist in diesem Alltag darauf ausgerichtet gute Voraussetzungen für den Weg zu einer selbständigen Lebensführung bzw. zu einer hohen Eigenständigkeit zu erreichen.

Der Lebensmittelpunkt der meisten Kinder und Jugendlichen bleibt ihre Herkunftsfamilie, in die sie nach dem Aufenthalt im Juvenat meist wieder zurückkehren. Deshalb ist die sozialpädagogische Begleitung und Unterstützung von Anfang an auf diese je individuell geartete Perspektive ausgerichtet. Der professionelle Auftrag der sozialpädagogisch qualifizierten Fachpersonen besteht zusammengefasst aus zwei Schwerpunktaufgaben:

  • In der unmittelbaren alltäglichen Interaktion mit den Kindern und Jugendlichen die anstehenden Alltagsaufgaben als Medium für aktuell anstehende Entwicklungsprozesse zu nutzen.
  • In der Zusammenarbeit mit Fachpersonen der Beratung und Therapie biographische Weichenstellungen zu erarbeiten und die Beziehungen zu den Eltern zu klären (vgl. Wolf.2001,7/8.Unsere Jugend).

 

 

 

 

 

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